Wirtschaftskrise in Baden-Württemberg – Zeit für unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen und Vorfahrt für Wirtschaft

Deutschland kann es besser, Baden-Württemberg kann es besser. Die
 wirtschaftliche Krise, gegen die unsere Unternehmen und unsere Gesellschaft
 ankämpfen, ist hausgemacht. Zu lange haben Bundes- und Landespolitik allein auf
 Subventionen statt strukturelle Reformen gesetzt. Zu lange wurde darauf
 vertraut, dass die Staatseinnahmen dank leistungsfähiger Arbeitnehmer und
 Unternehmer sprudeln werden, ohne genau diese in ihrem Leistungswillen und ihrer
 Leistungskraft zu unterstützen.

 Die gute Nachricht bei hausgemachten Problemen ist – sie lassen sich durch gute
 Politik beheben. Wandel ist nicht als Schicksal hinzunehmen, sondern eine
 Aufforderung zur aktiven Verbesserung und Anpassung.

 Doch hier passiert in Baden-Württemberg unter der jetzigen Landesregierung viel
 zu wenig. Wir brauchen eine grundlegend neue Denkweise, um den Wandel zu
 gestalten. Jetzt sind notwendig:

  •  Klarer Fokus auf Rahmenbedingungen: Die Krise in Baden-Württemberg und
     Deutschland ist strukturell und nicht konjunkturbedingt. Subventionen als
     Lösung helfen deshalb nicht. Kein Unternehmen investiert nur aufgrund von
     möglichen Subventionen, da diese genau so schnell gestrichen wie bewilligt
     werden können. Investitionen erfolgen dort, wo gute Infrastruktur,
     wettbewerbsfähige Kosten und ein funktionsfähiger Staat zusammenkommen.
  • Wirtschaftspolitik aus einem Guss: Das Wirtschaftsministerium in Baden-
     Württemberg ist gestaltungsschwach. Wichtige, gerade für die Unternehmen
     relevante Zuständigkeiten liegen in anderen Ministerien. Energiepolitik
     wird im Umweltministerium gemacht, die Digitalnetze durch das
     Innenministerium ausgebaut, die Verkehrsinfrastruktur im
     Verkehrsministerium betreut. Wir brauchen endlich ein Ministerium, welches
     am Kabinettstisch respektiert und gehört wird; ein Ministerium, welches
     zuständig ist für alle unternehmensrelevanten Themen: Wirtschaft, Verkehr,
     Energie, Digitalnetze und Wohnen. Ein Wirtschaftsministerium also, das
     seinen Namen wirklich verdient!

 All dies ist mit der aktuellen Landesregierung nicht möglich. Die
 Durchsetzungsfähigkeit der Wirtschaftspolitik am Kabinettstisch fehlt.
 Verständnis für die Bedarfe der Unternehmen ist nicht ausreichend vorhanden. Die
 Uneinigkeit und grundlegend verschiedene Ausrichtung von Grünen und CDU führt
 seit zehn Jahren nur zu einer Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners.

 Ändern wird sich dies nur mit einer klaren bürgerlichen Ausrichtung der
 Regierung und einer starken FDP, die die Wirtschaftspolitik neu gestalten kann.
 Mit dem richtigen Partner muss es uns gelingen, Strukturen langfristig
 aufzubrechen und entscheidend zu reformieren.

 Als Regierungspartei werden wir

  •  einen neuen Ansatz beim Bürokratieabbau umsetzen, der einen radikalen
     Schnitt statt kosmetischer Korrekturen ermöglicht. Denn kleinste
     Anpassungen und Novellen, noch dazu erdacht von großen Arbeitsgruppen, in
     welchen die Verwaltung selbst dominierend ist, bringen uns nicht weiter.
     Wir brauchen großflächiges Aussetzen von Regelungen, pauschale Erhöhungen
     von Grenzwerten, flächendeckende Sunset-Klauseln und One-in-two-out-Regeln.
     Diese halten den Wald an Vorschriften dauerhaft unter Kontrolle. Die
     Verwaltung selbst wird sich nicht reformieren, auch Eingaben von
     Interessenverbänden bringen am Ende nur punktuelle Entlastung. Klare
     politische Gestaltung ist endlich notwendig! Wir werden daher Vorgaben zum
     Bürokratieabbau machen, die dann auch zwingend von der Verwaltung umgesetzt
     werden müssen.
  • eine echte Perspektive für die Automobilindustrie schaffen, den Kern
     unserer baden-württembergischen Wirtschaft. Diese beschäftigt zusammen mit
     Zulieferern, Ausrüstern und Werkstätten fast eine halbe Million
     überdurchschnittlich gut bezahlte Menschen und strahlt damit in weitere
     Branchen aus. Doch die bisherige Landesregierung hält unbeirrt an ihrem
     Kurs gegen den Verbrenner fest. Sie veranstaltet mit dem „Strategiedialog
     Automobilwirtschaft“ seit acht Jahren ein Austauschformat, ohne politische
     Lösungen zu präsentieren. Dabei wäre es einfach: Ideologiefreie
     Antriebspolitik und stattdessen echtes Engagement gegen das Verbrenner-Aus
     und die Flottengrenzwerte auf EU-Ebene. Eine entsprechende
     Bundesratsinitiative dazu wurde innerhalb der Landesregierung aber
     blockiert.
  • die Förderpolitik weg von Subventionen hin zu mehr Unterstützung beim
     Strukturwandel reformieren. Baden-Württemberg hat zwischen 300 und 400
     Einzelförderprogramme. Nicht einmal die Regierung kann die genaue Zahl
     nennen. Dafür werden allerdings jährlich 10 Milliarden Euro verausgabt.
     Gerade das Wirtschaftsministerium legt zuletzt zu viel Wert auf
     Einzelförderungen. Unser Fokus wird vor allem auf Anpassungen der
     strukturellen Rahmenbedingungen und Maßnahmen liegen, die allen Unternehmen
     gleich welcher Größe helfen, statt auf Einzelförderungen für einige wenige.
  • der Tourismuspolitik einen klaren wirtschaftlichen Schwerpunkt geben. Seit
     Beginn der Legislaturperiode nennt sich das Wirtschaftsministerium auch
     Tourismusministerium. Die Rechnung bezahlt es auch, so wird beispielsweise
     der Landeszuschuss zur Landestourismusorganisation vollständig von diesem
     bereitgestellt. Doch die eigentliche Tourismuspolitik machen andere
     Ministerien ohne jedwede Koordination untereinander: Das
     Verkehrsministerium weist Wanderwege aus, die sich an Ökostandards statt
     Wirtschaftsbedarfen orientieren. Das Wissenschaftsministerium betreut die
     Museen, um die Kultur zu fördern, nicht aber die Wirtschaft zu stützen.
     Dieses Wirrwarr werden wir beenden. Liberale Tourismuspolitik in einem
     starken Wirtschaftsministerium wird den Fokus auf die Unternehmen vor Ort
     richten.
  • dauerhafte Strukturen der anwendungsorientierten Innovationsforschung
     etablieren. Baden-Württemberg ist dank der anwendungsorientierten
     Forschungsinstitute von Fraunhofer, DLR und der Innovationsallianz ein
     Innovationshotspot. Diese fungieren als Forschungsdienstleister der
     Wirtschaft und sorgen für den Transfer von der Erkenntnis in die Anwendung.
     Doch die Institute stehen unter Druck. Die Substanz bröckelt: Krisenbedingt
     wegbrechende Einnahmen aus der Wirtschaft, steigende Kosten für Energie,
     Personal und Ausstattung und zunehmender Wettbewerb mit dem Ausland
     gefährden unseren Standort. Wir brauchen ein Umsteuern, welches wieder
     Innovationen für die Wirtschaft ermöglicht. Bessere Finanzen für dauerhafte
     Strukturen der Innovationsforschung sind notwendig. Denkverbote müssen ein
     Ende finden und Ausgründungen vereinfacht werden. In ‚Macherzonen‘ wollen
     wir die schnelle Entwicklung von Innovationen bis zur Marktreife zur
     obersten Priorität machen. Insbesondere Schlüsseltechnologien wie
     Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Robotik und synthetische
     Biologie müssen dabei gezielt in die Anwendung gebracht werden.
  • ein effizientes System der Landesagenturen schaffen, das für die
     Unternehmen arbeitet. Zu oft sind bw_i, e-mobil oder die Umwelttechnik
     verlängerte Umsetzungsarme der Ministerien. Sie sollen sich um
     Entwicklungshilfe oder erzwungenen Technologiewechsel kümmern, anstatt die
     Bedarfe der Unternehmen zu bedienen. Dass es anders geht, hat Leichtbau BW
     gezeigt, doch diese Agentur wurde unter lautem Protest der Wirtschaft
     abgewickelt. Wir sorgen dafür, dass die nachgelagerten Einheiten des
     Wirtschaftsministeriums auch wirtschaftlich denken, handeln und sich noch
     mehr um die tatsächlichen Bedarfe ihrer Zielgruppe kümmern. Deshalb werden
     wir nur noch Agenturprojekte vorantreiben, die auch seitens der Wirtschaft
     gewünscht und finanziell unterstützt werden.

 Es ist Zeit für eine Landesregierung, die in der Wirtschaftspolitik
 Handlungsfähigkeit beweist. Es ist Zeit - Zeit für die FDP, dies in einer
 Regierungsbeteiligung zum Wohle der Baden-Württemberger und ihrer Wirtschaft
 umzusetzen.