Für einen Staat, der es einfach macht – Föderalismus neu denken mit weniger Regeln, klaren Zuständigkeiten und mehr Digitalisierung!
Deutschland steht vor tiefgreifenden gesellschaftlichen und globalen Umbrüchen:
Demografischer Wandel, grundlegende Veränderungen durch neue Chancen der
Digitalisierung, internationale Krisen und gesellschaftliche Erwartungen stellen
unseren Staat auf die Probe. Der aktuelle Zustand ist geprägt von
Überregulierung sowie unklaren Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und
Kommunen. Im Alltag erleben viele Bürgerinnen und Bürger deshalb einen Staat,
der grundlegende Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Oftmals fehlt es
an einem verlässlichen Kinderbetreuungsangebot. Straßen und Brücken sind marode.
Die Bahn ist durch massive Verspätungen kein verlässliches Verkehrsmittel mehr.
Zeitnahe Arzttermine sind vielfach nicht zu bekommen. Und auch bei der Ordnung
und Steuerung der Migration bestehen weiterhin Defizite. Diese staatliche
Handlungsunfähigkeit untergräbt das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die
Demokratie und den Rechtsstaat.
Wir als Freie Demokraten wollen das ändern. Baden-Württemberg und Deutschland
kann es sich nicht leisten, in diesem Wandel den Anschluss zu verpassen. Wir
Liberale stehen dafür, Freiheit, Bürgernähe und Effizienz zu verbinden – und
fordern eine grundlegende Staatsreform. Wir treten für einen Staat ein, der es
einfach macht.
Entscheidend ist nicht die Anzahl von Gesetzen, sondern
deren Qualität.
Deutschland leidet seit vielen Jahren an Überregulierung und
Überbürokratisierung. Schlecht gemachte Gesetze führen in der Praxis vor Ort
nicht nur zu Frust und Ärger bei den Betroffenen. Sie lähmen auch die staatliche
Handlungsfähigkeit.
Die FDP Baden-Württemberg ist deshalb der Überzeugung, dass
- Bürokratieabbau eine Daueraufgabe ist, die alle staatlichen Ebenen angeht.
Wir treten dafür ein, dass im Bund und den Ländern über
Jahresbürokratieabbaugesetze Schritt für Schritt überflüssige Regeln
gestrichen werden. - Experimentierklauseln und Reallabore verstärkt in Gesetzen genutzt werden
sollten. Sie geben Verwaltungen vor Ort die Möglichkeit bestimmte neue
Instrumente unkompliziert auszuprobieren und so Erfahrungen zu machen. - das Vergaberecht im Bund und in Baden-Württemberg umfassend vereinfacht
werden muss, um Investitionen in Infrastruktur erheblich zu beschleunigen.
Gerade mittelständischen Unternehmen und dem Handwerk muss es einfacher
möglich sein, sich mit vertretbarem Aufwand um staatliche Aufträge zu
bewerben.
Weniger Behörden, mehr Verantwortung, klare Zuständigkeiten
In den letzten Jahren ist der Staat mit seinen Beschäftigten in Bund und den
Ländern massiv angewachsen. Laut Statistischem Bundesamt waren im Juni 2024 rund
5,4 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt — das sind 95.900
Personen oder 1,8 % mehr als noch im Jahr 2023. Damit arbeiteten 2024 knapp 12 %
aller Erwerbstätigen in Deutschland im Staatsdienst. Dies ist das Ergebnis einer
Entwicklung, bei der immer neue staatliche Aufgaben erfunden und mit Personal
hinterlegt wurden. Was unser Land jetzt braucht, ist eine umfassende
Aufgabenkritik und eine deutliche Reduktion des Personals in den Verwaltungen.
Zudem ist durch eine zunehmende Mischfinanzierung zwischen dem Bund und den
Ländern unklar geworden, welche staatliche Ebene für welche Aufgabe zuständig
ist.
Die FDP Baden-Württemberg ist deshalb der Überzeugung, dass
- der Bund und die Länder zeitnah eine Föderalismuskommission III einrichten
sollten, um die Zuständigkeiten im Föderalismus klarer zu regeln.
Insbesondere bei der Durchführung von Abschiebungen, der Abwehr von
Cyberangriffen auf den Mittelstand oder staatliche Behörden sowie der
Inneren Sicherheit braucht es eindeutige Zuständigkeiten und einheitliche
Standards. - gerade in Aufgaben wie der Bildung wir neben vergleichbaren Standards mehr
Autonomie vor Ort benötigen. Wir wollen den Schulen mehr Budgethoheit,
Personalautonomie und pädagogische Freiräume geben, um die beste Bildung
für unsere Kinder zu organisieren. - die Fusion von Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern im
Jahr 1952 ein Erfolgsmodell war und Vorbild für andere Länder in
Deutschland ist. Wir regen deshalb an, weitere Anläufe für Länderfusionen
wie beispielsweise Berlin-Brandenburg zu initiieren. - eine einheitliche Datenschutzaufsicht in Deutschland mehr Rechtssicherheit
und schnellere Verfahren ermöglicht als 16 Landesdatenschutzbeauftragte und
ein Bundesdatenschutzbeauftragter. - es in Baden-Württemberg in den kommenden Jahren eine umfassende
Verwaltungsreform braucht. Wir schlagen vor, Regierungspräsidien und
Regionalverbände aufzulösen sowie Landkreise perspektivisch zu größeren
Kreisen zu fusionieren. So heben wir Effizienzen und beschleunigen
Verfahren. - der öffentliche Dienst für Quereinsteiger durch neue leistungsorientierte
Karrieremodelle attraktiver werden sollte. Gleichzeitig sollte ein zeitlich
begrenzter Wechsel von Beamtinnen und Beamten in die freie Wirtschaft
leichter möglich gemacht werden. Dazu möchten wir das öffentliche
Dienstrecht entsprechend modernisieren.
Ein digitaler Staat, der es einfach macht
Komplett digitale Verwaltungsverfahren, die der Bürger bequem vom heimischen
Sofa aus erledigen kann, sind in vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung
noch Zukunftsmusik. Wir als Freie Demokraten wollen einen Staat, der es den
Menschen einfach macht. Digitale, nachvollziehbare Lösungen sind dafür ein
entscheidender Schlüssel. Viele Länder dieser Welt machen es Deutschland vor,
wie es gehen kann.
Die FDP Baden-Württemberg ist deshalb der Überzeugung, dass
- es in den kommenden Jahren mit der „Deutschland-App“ eine nationale
digitale Plattform geben sollte, auf der Bürgerinnen und Bürger sämtliche
Verwaltungsdienstleistungen erledigen können – unabhängig davon, ob sie in
der Zuständigkeit von Bund, Ländern oder den Kommunen liegen. Als FDP haben
wir dafür in der von uns getragenen Bundesregierung mit der Reform des
Onlinezugangsgesetzes oder der Registermodernisierung wichtige Bausteine
verabschiedet. Diese müssen jetzt zeitnah umgesetzt werden. Hierfür soll
die bereits bestehende Bund-ID als Grundlage verwendet werden. Um eine
breitere Akzeptanz zu fördern, fordern wir die Öffnung für kommerzielle
Zwecke (wie ggf. Verfahren ähnlich dem Post-Ident Verfahren.) - Schriftformerfordernisse in Bundes- und Landesgesetzen sowie
Rechtsverordnungen weitestgehend abgeschafft werden, um medienbruchfreie,
digitale Lösungen rechtlich zu ermöglichen. - die mehrfache Abfrage von Daten, die dem Staat an anderer Stelle bereits
vorliegen, gesetzlich untersagt wird.