Aufstiegsversprechen erneuern: Duale Ausbildung als Innovationsmotor für Baden-Württemberg

Präambel

 Baden-Württemberg lebt vom Können, nicht vom Titel. Unser Wohlstand entsteht
 durch den Mittelstand, das Handwerk und eine starke Industrie - getragen von
 Menschen mit ganz unterschiedlichen Bildungswegen. Das duale Ausbildungssystem
 ist ein international anerkanntes Erfolgsmodell. Wir Freie Demokraten stehen für
 echte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung: Entscheidend
 sind Leistung, Engagement und Können - nicht der Abschluss auf dem Papier.

 Wir wollen eine Ausbildungspolitik, die so dynamisch ist wie unsere Wirtschaft.
 Wir setzen auf Leistung, Flexibilität und technologischen Fortschritt. Unser
 Ziel ist echte Chancengerechtigkeit: Jeder junge Mensch soll seinen Weg gehen
 können – ob im Hörsaal oder in der Werkstatt. Wir machen die berufliche Bildung
 fit für die Zukunft.

 Level Up: Dein Bildungsweg ohne Limit

 Wir wollen keine Einbahnstraßen im Bildungssystem, sondern freie Fahrt für jeden
 Lebenslauf. Für uns zählt immer die Leistung, nicht der formale Weg. Wir reißen
 bürokratische Hürden ein, die bisher unnötige Zeit kosten. Dafür brauchen wir
 maximale Durchlässigkeit, damit der Aufstieg flexibel und ohne Grenzen gestaltet
 werden kann.

  •  Double-Degree-Konzept: Wir fordern eine optionale duale Oberstufe an
     Gymnasien. Schüler sollen bereits ab der Oberstufe parallel zur Schule
     Ausbildungsmodule absolvieren können, die auf eine spätere Lehre
     angerechnet werden. Unser Ziel: Abitur und Gesellenbrief an diesen Schulen
     zeitlich verzahnt
  • Schüler sollen bereits ab der Oberstufe parallel zur Schule
     Ausbildungsmodule absolvieren können, die auf eine spätere Lehre
     angerechnet werden. Die Oberstufe des allgemeinbildenden Gymnasiums wird
     analog zu den beruflichen Gymnasien umgewandelt. Unser Ziel: Abitur und
     Gesellenbrief zeitlich verzahnt ermöglichen, ähnlich wie es an den
     beruflichen Gymnasien bereits erfolgt. Von dieser schulischen Dualität
     bleibt die praktische Ausbildung unberührt. Die Ausbildungszeit insgesamt
     verkürzt sich um den schulischen Teil.
  • Keine Sackgassen: Leistungen müssen konsequent anerkannt werden. Wer ein
     Studium abbricht, muss erbrachte Leistungen nahtlos in eine Ausbildung
     einbringen können und umgekehrt. Wir fordern möglichst pauschale
     Anrechnungsmodelle statt Einzelfall-Bürokratie.
  • Smarte Übergänge statt Stolpersteine: Die aktuellen Niveausprünge in
     Brückenkursen (z.B. Realschule zu beruflichem Gymnasium) sind oft zu abrupt
     und führen zu unnötigen Abbrüchen. Wir fordern eine Reform der Lehrpläne
     hin zu einem schrittweisen Niveauanstieg, der Schülerinnen und Schüler
     realistisch vorbereitet. Ob das funktioniert, muss das Land alle drei Jahre
     anhand der realen Erfolgsquoten im Anschlussstudium oder der
     weiterführenden Schule überprüfen und die Inhalte bei Bedarf anpassen.

 High-Tech statt Kreidezeit: Modernisierung der Berufsschulen

 Eine Ausbildung am Puls der Zeit verlangt Lernorte, die den technologischen
 Fortschritt nicht nur abbilden, sondern atmen. Für uns ist es eine Frage des
 Respekts vor der beruflichen Bildung, dass Berufsschulen keine verfallenden
 Altbauten, sondern moderne Innovationszentren sind. Wer die Fachkräfte von
 morgen ausbilden will, muss heute den Anspruch an Exzellenz und digitale
 Infrastruktur stellen. Wir akzeptieren keinen Stillstand, wenn sich die
 Arbeitswelt rasant wandelt. Die Bildungsinfrastruktur muss hier Schritt halten.

  •  Investitionsoffensive: Wir fordern einen festen Budgetrahmen für die
     Sanierung und digitale Ausstattung von Berufsschulen. Der Investitionsstau
     muss durch vereinfachte Förderverfahren (Kombinierbarkeit von Landes-,
     Bund- und EU-Mitteln) aufgelöst werden.
  • Update-Garantie für Ausstattung: Lehrpläne und technische Ausstattung
     (Maschinen, Software) müssen alle 3 bis 5 Jahre evaluiert und an den
     aktuellen Stand der Technik angepasst werden. Denn veraltetes Wissen
     sichert keine Arbeitsplätze und schafft keine Innovation.
  • Digitaler Unterricht: Berufsschulen müssen sich für hybride Modelle öffnen.
     Ortsunabhängige Lernphasen und digitale Blockunterrichte sollen Fahrtwege
     reduzieren und Flexibilität erhöhen.

 Leistung muss sich lohnen: Attraktivität der Ausbildung steigern

 Das Aufstiegsversprechen der Sozialen Marktwirtschaft gilt für den Gesellen
 ebenso wie für den Akademiker. Wir bekennen uns kompromisslos zum
 Leistungsprinzip: Wer Einsatz zeigt und Verantwortung übernimmt, verdient mehr
 als nur warme Worte. Echte Wertschätzung drückt sich in Rahmenbedingungen aus,
 die Leistungsbereitschaft belohnen:

  •  Kostenfreiheit für Aufsteiger: Der Weg zum Meister-, Techniker- und
     Fachwirtbrief muss deutlich günstiger werden. Wir finden es ungerecht, dass
     ein Studium an öffentlichen Hochschulen in aller Regel nahezu gebührenfrei
     ist, der berufliche Aufstieg aber oftmals tausende Euro kostet. Den
     Zuschussanteil im Aufstiegs-Bafög für berufliche Fortbildungen wollen wir
     daher weiter erhöhen.
  • Leistungs-Boni: Wer in der Ausbildung exzellente Leistungen bringt, hat
     Anerkennung verdient. Die durch die FDP bundesweit eingeführten Azubi-
     Stipendien wollen wir ausbauen und in Baden-Württemberg Prämien für
     besonders gute Ausbildungsabschlüsse vergeben.
  • Überstunden vergüten: Leistung verdient Respekt. Wenn Mehrarbeit anfällt,
     muss diese dokumentiert und vergütet (Geld oder Freizeit) werden. Wir
     stehen an der Seite der leistungsbereiten Azubis.
  • Azubi-Ticket: Wir fordern die Ausweitung vergünstigter Mobilitätsangebote
     (analog zum Deutschland-Ticket für Studierende) auch für Azubis über 27
     Jahre.

 Das beste beider Welten: Theorie trifft Praxis

 Die Qualität der Lehre steht und fällt mit den Menschen, die das Wissen
 vermitteln. Wir setzen auf einen pragmatischen Ansatz, der pädagogische
 Expertise mit der unmittelbaren Erfahrung aus der Wirtschaft vereint, statt auf
 starre Laufbahnbürokratie zu beharren. Unsere Schulen brauchen die Offenheit,
 die besten Köpfe aus beiden Welten einzubinden, um junge Menschen optimal auf
 die Realität vorzubereiten. Praxisnähe ist für uns kein bürokratisches
 Hindernis, sondern ein unverzichtbarer Qualitätsbaustein moderner Bildung.

  •  Seiteneinstieg entbürokratisieren: Wer einen Meister- oder Technikertitel
     und Berufserfahrung hat, soll schneller als Fachlehrer unterrichten dürfen.
     Wir fordern den Wegfall unnötiger Seminar-Pflichten bei nachgewiesener
     pädagogischer Eignung (z.B. Ausbilderschein + 5 Jahre Praxis).
  • Duale Lehrkräfte: Wir wollen Modelle fördern, bei denen Fachkräfte ihre
     Arbeitszeit zwischen dem Unternehmen und der Lehrtätigkeit an der
     Berufsschule aufteilen. Das bringt aktuelles Praxiswissen direkt in den
     Unterricht.
  • Besoldung anpassen: Werkstattlehrer leisten essenzielle Arbeit und sollten
     dementsprechend (mindestens A10) besoldet werden.

 Kompass für die Zukunft: Smarte Orientierung durch KI und Innovation

 Selbstbestimmung beginnt mit der Freiheit, den eigenen Weg auf Basis bester
 Informationen und ohne veraltete Klischees zu wählen. Wir nutzen die Chancen der
 Digitalisierung und neuer Technologien, um jungen Menschen einen objektiven
 Zugang zu ihrer beruflichen Zukunft zu ermöglichen. Die Entscheidung zwischen
 Studium, Ausbildung oder Gründertum darf nicht vom Zufall abhängen, sondern muss
 individuell unterstützt werden. Wir stehen für eine Kultur, die Talente entdeckt
 und Mut zur eigenen Zukunft macht, statt in alten Schablonen zu denken.

  •  Gymnasien in die Pflicht nehmen: Berufliche Orientierung muss am Gymnasium
     denselben Stellenwert haben wie die Studienberatung. Wir fordern
     verpflichtende Informationen über Karrierewege über die duale Ausbildung
     auch an Gymnasien.
  • Digitale Berufsberatung & KI: Einsatz von KI-gestützten Chatbots und
     digitalen Plattformen für eine niederschwellige, jederzeit verfügbare
     Erstberatung junger Menschen auf Augenhöhe.
  • Praktika für Lehrkräfte: Um Vorurteile abzubauen, sollen
     Lehramtsstudierende verpflichtende Kurzpraktika (1-2 Wochen) in
     Ausbildungsbetrieben absolvieren. Diese sollen flexibel in das Studium
     integriert werden, damit angehende Lehrer die Arbeitswelt außerhalb der
     Schule kennenlernen.

 Dual denken – auch im Studium

 Die duale Ausbildung zeigt seit Jahrzehnten, wie Praxisnähe, Verlässlichkeit und
 klare Strukturen junge Menschen stark machen. Das duale Studium nach dem DHBW-
 Modell baut genau darauf auf: Wissenschaftlich fundiert, gleichzeitig eng mit
 der Arbeitswelt verzahnt. Vor allem im ländlichen Raum - getragen von Hidden
 Champions - ist die Nachfrage längst größer als die verfügbaren Studienplätze.
 Der Flaschenhals ist nicht die Wirtschaft, sondern der Staat. Damit das
 Erfolgsmodell weiter wachsen kann, brauchen wir eine Entfesselung der
 Hochschulen: Mehr Studienplätze, weniger Bürokratie und eine digitale
 Architektur auf der Höhe der Zeit.

  •  Studienplätze entfesseln & Ländlichen Raum stärken: Wir müssen den
     Flaschenhals bei den Kapazitäten beseitigen, indem wir der DHBW und ihren
     Partnern radikale Autonomie zurückgeben. Genehmigungsverfahren für neue
     Studienplätze müssen automatisiert und Standort-Erweiterungen im ländlichen
     Raum unbürokratisch ermöglicht werden, um den Fachkräftebedarf unserer
     Hidden Champions sofort zu decken.
  • Upgrade für die Lehre - digital und vernetzt: Das duale Studium muss
     technologisch im 21. Jahrhundert ankommen. Wir fordern die feste
     Etablierung hybrider Vorlesungsformate und einer zentralen digitalen
     Plattform für Praxisprojekte, um Theorie und betriebliche Realität
     zeitgemäß und verbindlich miteinander zu vernetzen.
  • Bildungsbiografien flexibilisieren: Lebenslanges Lernen darf nicht an
     starren Strukturen scheitern. Wir fordern echte Teilzeitmodelle im dualen
     Studium und eine unbürokratische Anerkennung beruflicher Vorleistungen
     (z.B. aus der Ausbildung). Der Wechsel zwischen Werkstatt, Hörsaal und
     Weiterbildung muss einfach möglich sein.

 Gründertum stärken – aus der dualen Ausbildung heraus

 Wer im Betrieb früh Verantwortung übernimmt und Probleme löst, bringt das
 perfekte Rüstzeug für das Unternehmertum mit. Wir wollen, dass der Weg in die
 Selbstständigkeit für Praktiker genauso selbstverständlich ist wie für
 Akademiker. Baden-Württemberg muss dieses schlummernde Potenzial entfesseln:
 Eine moderne Gründerkultur fragt nicht nach dem Abschluss, sondern nach der Idee
 und dem Mut. Wir schaffen die Rahmenbedingungen dafür!

  •  Entrepreneurship Education - Gründergeist in den Lehrplan: Wir wollen das
     unternehmerische Denken fest in der Ausbildung verankern. Statt grauer
     Theorie fordern wir praxisnahe Module zu Geschäftsmodellen und
     Produktentwicklung sowie den direkten Austausch mit der Start-up-Szene
     durch Exkursionen und Workshops. Berufsschule muss mehr sein als
     Fachwissen. Sie muss Mut zur Selbstständigkeit machen.
  • Ressourcen öffnen: Die Werkbank für deine Idee: Lernbetriebe sollen zu
     Inkubatoren werden. Wir fordern, dass Azubis für eigene Projekte
     unkomplizierten Zugang zu Maschinen, Werkstätten und Räumen ihrer
     Ausbildungsbetriebe erhalten. Ergänzt durch Beratungsangebote der Kammern
     schaffen wir so eine Umgebung, in der aus Auszubildenden Unternehmer werden
     können.
  • Gründen ohne Papierkram & Subventionen: Der Weg zum eigenen Unternehmen
     muss radikal vereinfacht werden: Vollständig digital, ohne Notarpflicht und
     ohne bürokratische Hürden für beruflich Qualifizierte. Statt staatlicher
     Fördertöpfe setzen wir auf marktwirtschaftliche Dynamik durch erleichterten
     Zugang zu Mikrokrediten, Crowdfunding und privaten Investitionen.